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Stadt Hirschau  |  E-Mail: stadt@hirschau.de  |  Online: http://www.hirschau.de

(von Werner Schulz)

Hirschau trauert um Adolf Wisgickl

Der Ehrenvorsitzende der Hirschauer Kolpingsfamilie, ehemalige CSU-Stadtrat und Träger des Bundesverdienstkreuzes Adolf Wisgickl verstarb am späten Montagvormittag im BRK Seniorenwohn- und Pflegeheim St. Barbara.
Hirschau trauert um Adolf Wisgickl

Hirschau. Die Stadt Hirschau ist um eine verdiente, hoch geschätzte Persönlichkeit ärmer: Adolf Wsgickl - langjähriger Stadtrat, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und Ehrenvorsitzender der Kolpingsfamilie verstarb im Alter von 81 Jahren am späten Montagvormittag im BRK Seniorenwohn- und Pflegeheim St. Barbara. Seit rund zwei Jahren verbrachte er dort seinen Lebensabend. Im Mai 2009 hatte ihn ein Schlaganfall unvermittelt aus einem Leben voller Aktivitäten gerissen. Bis zum Umzug in das Heim wurde er von seiner Frau Lydia zu Hause liebevoll betreut und gepflegt.

Adolf Wisgickl galt und gilt in Hirschau als Inbegriff der Seniorenarbeit und allgegenwärtiger Mitarbeiter in der Katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt. Sie ist dem Verstorbenen zu größtem Dank verpflichtet. Bis zu seiner Erkrankung hat er sich wie kein Zweiter über Jahrzehnte in verschiedensten Funktionen engagiert – als Mitglied der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats, als Vorsitzender des Missionsausschusses, als Hilfsmesner in der Pfarrkirche und Mesner in der Alten- und Pflegeheimkapelle, als Betreuer der Lourdes-Kapelle, ab 1957 als Hausmeister im Jugendheim, ab 1985 als Hausmeister im Pfarrheim, dort viele Jahre zusätzlich als ehrenamtlicher Wirt, als Gründer und langjähriger Leiter des Katholischen Altenclubs, sowie als unermüdlicher Organisator von Seniorentagen und Seniorenfahrten.

36 Jahre stand Adolf Wisgickl von 1959 bis 1995 als Senior bzw. Vorsitzender an der Spitze der Kolpingsfamilie. Sie hat ihn für seine bleibenden Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als Kolping-Senior rief er 1968 die dekanatsweiten Altkleider- und Altpapiersammlungen ins Leben, die er bis April 2009 ohne Unterbrechung zweimal jährlich organisierte. Zusätzlich nahm er 33 Jahre lang Samstag für Samstag in der im Obstverwertungsstadel an der Wolfgang-Droßbach-Straße untergebrachten Sammelstelle Altkleider und Altpapier entgegen. Seine Altkleidersammeltätigkeit hatte ihm vor Jahren den Beinamen “Pater Lumpio” eingebracht, als er - in Franziskanerkutte gekleidet - dem auf Heimaturlaub weilenden Hirschauer Missionsbischof Antonio Eduard Bösl eine namhafte Geldspende aus dem Aktionserlös überreichte.

Weit über 1 200 Tonnen Altkleider und fast 4 000 Tonnen Altpapier hat er - unterstützt von seinem Helferteam - in all den Jahren gesammelt. Der Erlös von nahezu 200 000 Euro wurde stets für soziale Einrichtungen gespendet. Die Nutznießer reichen von der örtlichen Volksschule oder der Sozialstation über den Sozialdienst Katholischer Frauen und den Amberger Hospizverein bis hin zur Krebshilfegruppe von Dr. Rau oder die Bolivien-Mission. Damit war sein caritatives Engagement keineswegs erschöpft: Zur Unterstützung der Hilfsorganisation “Africa Luz” hatte er zu Hause eine Sammelstelle für gebrauchte Brillen eingerichtet, ebenso eine Sammelstelle für gebrauchte Briefmarken und für Münzen.

Adolf Wisgickls Einsatz für das Gemeinwesen beschränkt sich aber nicht auf den kirchlichen Bereich. Seine politische Heimat war seit 60 Jahren die CSU. Dreizehn Jahre lang gehörte er von 1977 bis 1990 dem Hirschauer Stadtrat als Mitglied der CSU-Fraktion an. In der CSU-Ortsvorstandschaft war er als Seniorenbeauftragter aktiv, 25 Jahre gehörte er der Vorstandschaft des Förderkreises Altenhilfe an.

Angesichts seines unermüdlichen Wirkens verwundert es nicht, dass ihm vielfache Auszeichnungen zuteilwurden. Sie reichen vom Goldenen Ehrenzeichen der Caritas über das höchste Ehrenzeichen des Kolping-Diözesanverbandes und die Johann-Michael-Sailer-Medaille bis zum Bundesverdienstkreuz, das ihm 1995 von Bundespräsident Roman Herzog verliehen wurde.

Beruflich stand Adolf Wisgickl seinen Mann in verantwortlicher Position als tüchtiger und Mitarbeiter der Firma Conrad, in die er im Alter von 15 Jahren als Lehrling eingetreten war. Die Urnenbeisetzung findet auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Familienkreis statt. Stadt- und Pfarrgemeinde nehmen von ihm Abschied bei einem Trauergottesdienst am Freitag, 10. März, um 14.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche.

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