Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Stadt Hirschau  |  E-Mail: stadt@hirschau.de  |  Online: http://www.hirschau.de

(von Werner Schulz)

1 550 Tonnen Altkleider und 4 700 Tonnen Altpapier gesammelt

50 Jahre Altkleider- und Altpapiersammlung waren für die Kolpingfamilie ein guter Grund, zu einer kleinen Feier alle Helfer und auch Gäste einzuladen. V. l.: Martin Wittmann (Geschäftsführer Wittmann-Recycling), Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann, Herbert Pausch (Disponent Wittmann-Recycling), Kolpingvorstand Siegfried Schorner, Tina Pautsch (Geschäftsleitungsassistentin Wittmann-Recycling), Sammlungsleiter Walter Widder, Lydia Wisgickl (Witwe von Sammlungsgründer Adolf Wisgickl) und Bürgermeister Hermann Falk.
1 550 Tonnen Altkleider und 4 700 Tonnen Altpapier gesammelt

Hirschau. Am 9. März 1968 begann die Erfolgsgeschichte der Kolping-Altkleider- und Altpapiersammlung. Anlässlich der 50. Frühjahrssammlung luden Kolpingvorstand Siegfried Schorner und Sammlungsleiter alle Helfer zu einer kleinen Jubiläumsfeier in das Pfarrheim ein.

Nicht nur diese, auch Bürgermeister Hermann Falk, Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann und eine dreiköpfige Delegation der Firma Recycling-Wittmann, an der Spitze Geschäftsführer Martin Wittmann, waren der Einladung gefolgt. Es grenze fast an ein kleines Wunder, meinte Vorstand Schorner in seiner Begrüßung, dass ein derartige Sammlung fünf Jahrzehnte ohne Unterbrechung durchgeführt wird. Kein Abfallwirtschaftsgesetz, auch nicht die Einführung der Papiertonne, habe die Aktion niederringen können. Der vor kurzem verstorbene Kolping-Ehrenvorsitzende Adolf Wisgickl sei 1968 der Grundsteinleger für die Sammelaktion gewesen. Ihre Erfolgsgeschichte werde immer mit seinem Namen verbunden bleiben. Bis zum Jahr 2009 habe er sie selber organisiert, bevor Walter Widder das Sammelgeschäft übernommen hat, ebenso die Leitung der Sammelstelle im Obstverwertungsstadel an der Wolfgang-Droßbach-Straße. Rund 1 550 Tonnen Altkleider und 4 700 Tonnen Altpapier konnten in den 50 Jahren gesammelt werden. Damit sei ein Erlös von nahezu 250 000 Euro erzielt wurden, die samt und sonders für soziale und gemeinnützige Zwecke gespendet wurden. Möglich gemacht hätten dieses soziale Engagement die zahlreichen Helfer und Helferinnen, die in den 50 Jahren mit angepackt oder ihre LKWs und Traktorgespanne kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Sie seien mit ihrem Einsatz dem Weg Adolph Kolpings gefolgt, dem lebendiges Christentum und das liebevolle Tätigsein am Menschen sehr wichtig war. Er zitierte den Gesellenvater mit dem Satz: „Schön reden tut’s nicht, die Tat ziert den Mann“ und wandte das Zitat auch auf alle mithelfenden und mitwirkenden Frauen mit an. Ein herzliches Vergelt’s Gott sagte Schorner an die Adresse von Lydia Wisgickl und ihre Tochter Petra. Die Sammlungshelfer seien von ihnen über Jahrzehnte nach getaner Arbeit mit einer kräftigen Pfälzer-mit-Kraut-Brotzeit bewirtet worden. Als Zeichen der Wertschätzung gab es für beide einen Blumenstrauß. Beim Jubiläumstreffen gab es für sie wie alle Gäste selber einen gemischten Braten, Knödeln und Salat aus der Metzgerei Sommerer.

Kolping-Präses Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann freute sich über die große Bereitschaft, im Sinne Adolph Kolpings Gutes zu tun. Besonders hob er das Engagement der jungen Helfer und Helferinnen hervor. Geschäftsführer Martin Wittmann lobte die gute Zusammenarbeit und merkte an, dass die 1966 gegründete Firma Recycling-Wittmann mit ihren jetzt rund 100 Mitarbeitern, auch ein Stück durch die Kolping-Sammlungen gewachsen sei. 2016 habe man 25 700 Tonnen Alttextilien und 16 800 Tonnen Altpapier umgesetzt. 90 Prozent der Textilien werden wieder verwertet. Gut die Hälfte der Kleidung gelange in den Secondhandkreislauf. Das sei gut, da ca. 70 Prozent der Weltbevölkerung auf gebrauchte Kleidung angewiesen ist. Nur zwei Prozent der Altwaren würden als Restmüll der thermischen Verwertung zugeführt. Wittmann bedankte sich mit einer Geldspende für die langjährige Zusammenarbeit. Der angekündigte Film über die Betriebsabläufe musste wegen seines Alters entfallen. Von der Neuproduktion erhalte die Hirschauer Kolpingfamilie eine Kopie auf einem modernen Datenträger. Abschließend lud er die Hirschauer für den 20. Mai zum Tag der offenen Tür anlässlich des 50-jährigen Betriebsjubiläums und der Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes ein. Voll des Lobes über die Arbeit der Kolpingfamilie war auch Bürgermeister Hermann Falk. Der jahrzehntelange ehrenamtliche Einsatz sei bewundernswert, besonders der vom Initiator Adolf Wisgickl und dessen Nachfolger Walter Widder. Vorbildlich sei die Verteilung der Erlöse auf ein breites Spektrum sozial-katholischer Vereinigungen, die sich um Bedürftige kümmern.

drucken nach oben