Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Stadt Hirschau  |  E-Mail: stadt@hirschau.de  |  Online: http://www.hirschau.de

(von Werner Schulz)

Burgstaller Kirwa lässt Kirwaherzen höher schlagen

Für ihre gekonnten Tanzdarbietungen erhielten die 14 Kirwapaare viel Beifall. Die Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst war für sie Ehrensache. Vorne kniend das neue Oberkirwapaar Andreas Amman und Kristin Lindner.
Burgstaller Kirwa lässt Kirwaherzen höher schlagen

Burgstall. Es gibt ja viele Kirwa-Gassenhauer. Einer der bekanntesten heißt „O Kirwa, laou niat naou!“ Die Textzeile passte wie aufs Auge für die Burgstaller Kirwa., die letztes Wochenende gefeiert wurde. Drei Tage Bilderbuchwetter, zünftig aufspielende Musikanten, 14 blitzsaubere Kirwapaare, beste Bewirtung und Gäste in Scharen – Kirwaherz, was willst du mehr?

Rund 60 Einwohner zählt das idyllisch gelegene Dorf, das politisch zur Stadt Hirschau, aber kirchlich zur Pfarrei Gebenbach gehört. Gemeinsinn wird groß geschrieben im Ort. Ganz  besonders gilt dies, wenn die Kirwa ansteht. Ortssprecher Hans Scharl kann sich auf seine Burgstaller verlassen – so auch heuer. Dass beim Auftakt am Samstagabend einfach alles bestens passte, war ganz besonders das Verdienst der Band „Onkel Resi“, zu deren bodenständigen Klängen die Kirwaboum und Kirwamoidln ins Festzelt einmarschierten. Bis in die späte Nacht heizte das Quartett die Stimmung an und lockte so manches Paar von der Bierbank zu einem Tänzchen auf die Bühne.

Der Sonntag begann traditionsgemäß um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst. Er wurde vom Gebenbacher Pfarrvikar Christian Preitschaft zelebriert. Um den vor der St. Martin-Kapelle errichteten Freialtar versammelte sich eine große Schar an Gläubigen. Sie waren teils zu Fuß, teils mit dem Fahrrad nach Burgstall gepilgert. Für die Kirwapaare war es Ehrensache, trotz anstrengender Nacht an der Messfeier teilzunehmen. Eine Ausnahme gab es nur für die letzte Kirwabaumwache. Vor zwei Jahren hatte Pfarrvikar Preitschaft der Dorfgemeinschaft einen Weinstock als Symbol für eine gute Gemeinschaft geschenkt. Daran anknüpfend meinte er in seiner mit humorvollen Anmerkungen gespickten Predigt, dass sich viele Stadtbewohner ein Leben in einem Dorf nicht vorstellen könnten. Doch seien der Zusammenhalt und die Gemeinschaft in einem kleinen Ort oft viel ausgeprägter und die gegenseitige Hilfsbereitschaft sehr groß. Ein leuchtendes Beispiel dafür sei nicht zuletzt die Burgstaller Dorfgemeinschaft, die alljährlich mit dem Kirwaerlös soziale und gemeinnützige Organisationen und Projekte unterstützt. Für die musikalische Gestaltung der Messfeier sorgte die Gebenbacher Blasmusik. Sie unterhielt die Gäste auch beim Frühschoppen.

Traditionelles Hauptereignis am Nachmittag war das Austanzen des Kirwabaumes. Bis zum Eintreffen der Kirwapaare sangen und spielten vier Kinder der Gitarrengruppe Gebenbach unter Leitung von Rita Butz und unterstützt von Rita Dotzler lustige Kirwalieder. Michael Mende, Tamia Stauber, Isabell Zintl und Maria Dotzler erhielten reichlich Beifall für den „Apfelstrudel“, „Kikeriki“, Mir hom’s für unser Leben gern“ und Andreas Gabaliers „Hulapalu“. Bei Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke wurde das Baumaustanzen für die Kirwaboum und Kirwamoidln zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Angeführt von der Kirwamusi „Pfälzer mit Kraut“ marschierten sie auf dem Podium vor dem Festzelt auf. Die Zuschauer geizten bei den Vorführungen nicht mit Applaus. Die Boum und Moidln machten eine gute Figur bei der Sternpolka, beim Siebenschritt, beim Zwiefachen, beim Jiffy Mixer und beim Walzer. Die alterfahrenen Kirwapaare hatten die Tänze einstudiert. Ein Extra-Tanz-Schmankerl der Burgstaller Kirwa ist seit einigen Jahren ein Schuhplattlerauftritt der Kirwaburschen. Dieses Mal rückte sie mit Handsägen und Äxten an. Damit bearbeiteten sie, immer exakt im Takt, einen Holzstamm beim von „Neidaffer Sepp“ eingeübten „Holzhacker-Schuhplattler“. Der abschließende Ehrenwalzer endete mit der Kür von Andreas Amman und Kristin Lindner zum neuen Oberkirwapaar. Danach bewiesen Uli Iberer und Heike Fruth, alias „Pfälzer mit Kraut“, bis in die Nacht hinein ihre Qualitäten als Stimmungsband. Am Kirwamontag erlebte Burgstall nochmals einen echten Besucheransturm. Die "Zoigl Musi" zog alle Register ihres Könnens und versetzte das Publikum in Superstimmung. Zum absoluten Glückspilz avancierte dann der fünfjährige Noah Matthies. Er wurde nicht nur als Gewinner des 27 Meter hohen Kirwabaums aus dem Gebenbacher Kirchenholz gezogen, sondern gewann auch den 2. Hauptpreis, zwei vom Bayern-Fanclub „Die Kaisertreuen“ gestiftete Eintrittskarten für den Audi-Cup in der Münchner Allianz-Arena. Losglück hatte auch Pfarrvikar Preitschaft. Er war zweimal unter den Gewinnern.

drucken nach oben