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(von Werner Schulz)

Trachtler feiern ihr 70-Jähriges

Vom ersten Tag an beseelten Geselligkeit und Gemeinschaftsgeist die Mitglieder des Heimat- und Trachtenvereins. Mit im Bild die Gründungsmitglieder Hermine Siegert (Engelhardt, vorne 4.v.r.) und ihr Ehemann, der heutige Ehrenvorsitzende Emil Engelhardt (hinten 5.v.r.)
Trachtler feiern ihr 70-Jähriges

Hirschau. In Hirschau gilt er zu Recht als Inbegriff für Heimatverbundenheit und Aushängeschild für echte Traditionspflege - der „Heimat- und Trachtenverein“. Am Sonntag, 23. Juli, feiern die Trachtler ihr 70-jähriges Bestehen.

Der Besuch des Buchbergfestes 1947 war für einige junge Männer der Anlass, am 20. September in Hirschau eine Plattlergruppe ins Leben zu rufen. Gründungsmitglieder waren (nach mündlicher Überlieferung): Alfons Birner, Wendelin Birner, Sepp Dolles, Emil Engelhardt, Hermine Siegert (Engelhardt), Frieda Staudigl (Duschner), „Bert“ Forster, Max Häusler, Sepp Häusler, Ernst Kummer, Karl Mader, Lotte Meyer (Öhl), Berta Prößl (Mader),  Fritz Streber, Hans Weich, Rosa Held (Kahrweg) und Schorsch Held. Er leistete als Musikant dem Verein bis zu seinem Tod 1977 wertvolle Dienste. Sie gründeten die Volkstrachtengruppe Enzian und stellten den Lizenzantrag bei der amerikanischen Besatzungsmacht. Zu den Burschen gesellten sich bald ihre Herzensdamen und andere Moila. Als kommissarischer Vorsitzender fungierte Wendelin Birner. Nachdem weitere Interessierte gewonnen wurden, fand am 20. Januar 1948 im Gasthof Böckl die erste Mitgliederversammlung statt. Bei ihr wurde Hans Wild zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im Februar 1948 schloss sich der Verein dem Gauverband Oberpfalz an. Am 17. Juli 1948 traf die Lizenz zur Vereinsgründung ein. Man gab sich den Namen Heimat- und Trachtenverein Enzian. Die Mitglieder trugen die Miesbacher Tracht. In der Folgezeit war ein enormer Aufschwung zu verzeichnen. Mit den Auftritten der Tanz- und Theatergruppen machte man sich einen Namen über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen. 1952 wurde eine Vereinsfahne angeschafft, am 5./6. Juni die Fahnenweihe gefeiert. Fahnenbraut war Elsa Haberl (damals Merkl), Fahnenmutter Anni Lippert. Die Patenschaft übernahm der Heimat- und Trachtenverein Stamm Schwandorf. Der Trachtlerball wurde über Jahre zu einem Höhepunkt des Hirschauer Faschings. Angesichts des aufstrebenden Fremdenverkehrs wurden für die Urlauber regelmäßig Heimatabende veranstaltet. Ende der 50-er Jahre besann sich der Verein seiner Oberpfälzer Wurzeln und legte den Namen “Enzian” ab. Zugleich wurde eine heimatbezogene Tracht angeschafft. Die Gebirgstrachten landeten im Privatfundus der Besitzer. Ende der 70-er Jahre wurde diese durch die erneuerte Oberpfälzer Tracht ersetzt. Sie wird bis heute getragen. Zum 40-Jährigen wurden Frauentrachten nach alten Vorlagen genäht, später mit selbst gefertigten Riegelhauben ergänzt. Das 40-Jährige und das 50-Jährige feierte man mit einem Gaufest, das 60-Jährige mit einem Oberpfälzer Abend im Josefshaus und das 65-Jährige mit einem Festabend im Sportpark. 1986 übernahm man die Patenschaft für den Bruderverein Ehenbachtaler Schnaittenbach.

In den zurückliegenden Jahren engagierte sich der Verein für das Wiederbeleben alter Bräuche wie z.B. das Binden von Kräuterbuschen, die nach der Weihe an Mariä Himmelfahrt kostenlos verteilt werden. Die Hirschauer Kirwa hat man zusammen mit dem TuS/WE bis 2008 neun Jahre lang organisiert. Von 2001 bis 2015 wurde auf Initiative der Trachtler die bis ins 18. Jahrhundert reichende Tradition der Wallfahrten zur Vierzehnnothelferkirche am Fest Mariä Heimsuchung wieder aufgenommen. Besonders engagieren sich die Trachtler seit 2001 alle Jahre bei der Durchführung des Lebendigen Adventskalenders. All dies verdeutlicht die Bedeutung des Heimat- und Trachtenvereins für das Hirschauer Kulturleben. Für die Führungsmannschaft um Vorstand Michael Meier und seinen Stellvertreter Gaston Lottner ist es selbstverständlich, sich bei örtlichen Festen einzubringen - egal ob diese weltlicher oder kirchlicher Natur sind. Bei Seniorennachmittagen, Adventfeiern und Gartenfesten sind die Trachtler gerne gesehen. Stolz kann der Verein auf seine Nachwuchsarbeit sein. 1991 wurde die Jugendgruppe durch die Stadt für besondere Verdienste im kulturellen Bereich ausgestattet. Dem Nachwuchs werden neben den Tanzproben Bastelabende, Radtouren, Ausflüge usw. angeboten. Jüngstes Vereinskind ist die 2012 gegründete Zwergerlgruppe. Aktuell zählt der Verein ca. 180 Mitglieder, die sich  dem alten Leitspruch verpflichtet fühlen, der da lautet: „Treu der Sitt‘ - Treu der Tracht - Treu der Heimat!“

Am Sonntag, 23. Juli, wird das 70-Jährige im Rahmen eines Gartenfestes ab 14.30 Uhr im Biergarten des Josefshauses gefeiert. Die Besucher erwarten Tanzdarbietungen der eigenen Kinder- und Jugendgruppen sowie die Ehrentänze der Patenvereine „Ehenbachtaler“ aus Schnaittenbach und „Stamm“ aus Schwandorf. Für die musikalische Unterhaltung ist die „Zoigl-Musi“ zuständig. Gegen 16 Uhr erfolgt die Ehrung langjähriger Mitglieder. Drei davon werden für 50 Jahre Vereinstreue ausgezeichnet, zwei sogar für 70 Jahre. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Die Bevölkerung ist zum Mitfeiern herzlich eingeladen. Am Samstagabend, 22. Juli, wird bei einem Gottesdient um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt der verstorbenen Mitglieder gedacht.

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