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(von Werner Schulz)

Heldenstammtisch feiert glanzvolle Premiere

Heldenstammtisch feiert glanzvolle Premiere
Zum Happy End gehört auch die Einigung über die Nutzung von Isabellas Wiese. Am Lalehaus wird eine Heldengedenktafel angebracht. Da das „präservative“ Rathaus an den Wiesenrand kommt, bleibt genug Platz für einen Biergarten und Volksfestplatz.

Hirschau. Eigentlich wollte Werner Asam, Autor des Schwanks „Der Heldenstammtisch“, die Premiere seines Stücks im Hirschauer Schlosshof live miterleben. Kurzfristig hinderte ihn ein Krankenhausaufenthalt daran. Wäre er dabei gewesen, wäre er von der Inszenierung genauso begeistert gewesen wie die 350 Zuschauer. Ihr laustarker, lang anhaltender Beifall signalisierte: Den „Heldenstammtisch“ muss man gesehen haben.

Mit der Wahl des auf Hirschauer Gegebenheiten zugeschnittenen Schwanks für die 7. Stückl-Festspiele hat der Festspielvereinsvorsitzende Hans Drexler wieder ein glückliches Händchen bewiesen, ebenso mit der Besetzung der Rollen. Da sind zunächst die vier selbst ernannten Kriegshelden: Der sture, polternde Posthalter Kaitei Ignaz Kaitmeier (Roland Fritsch), der weibstolle Kriegervorstand Sepp Lindinger (Christian Gnan), der auf sein Geschäft bedachte Bräu Wiggerl Wochinger (Dieter Held) und der verzweifelt mit Fremdwörtern kämpfende Bürgermeister Schorch Lackner (Erhard Ackermann). Auch ihre weiblichen Pendants haben es in sich – allen voran Kaiteis bissige, neugierige und gerissene Haushälterin Aurelia (Kerstin Ackermann). Der Sepp hat sich mit seiner Julie (Meike Birner) den personifizierten  französischen Charme geangelt. Saskia Krügelstein mimt Wiggerls bei Bedarf durchaus resolute Anneliese und Corinna Falk Schorschs eher ruhige Hedwig. Und da ist natürlich die junge aparte Isabella (Christina Wisneth), die mit ihrem Erscheinen all die Turbulenzen auslöst und den schüchternen Rudi Wochinger (Markus Dittrich) vom ersten Augenblick an verzückt. Die Zuschauer werden durch die über der Bühne erscheinende Traum- und Erzählfigur „Hirsch-Au“ (Beatrice Hergeth) in die Zeit vor dem Franzosenkrieg zurückversetzt. Schon bei der Rekrutierung der Soldaten wird deutlich, dass es mit dem Heldentum der vier Akteure nicht weit her ist. Damit man ihnen die Kriegsteilnahme glaubt, beschließen sie, sich selbst Verletzungen beizubringen. Der Sepp schießt dem Schorsch in den Fuß. Allerdings kostet ihm der Rückstoß des Gewehres seine Manneskraft. Wiggerl kommt mit einem ausgeschlagenen Zahn davon. Das Auftauchen der hübschen Isabella, vor allem ihr Familienname Brunthaler, versetzt die Herren in Aufregung. So hieß die einstige Magd des Bräu, mit der sie alle ein Liebesverhältnis hatten. Von Isabellas Vaterschaft will zunächst keiner etwas wissen. Das ändert sich schlagartig, als sie erfahren, dass sie wegen des Verkaufs einer Wiese gekommen ist, auf die jeder von ihnen schon lange scharf ist. Spätestens dann will jeder der Vater sein, als ihnen das von Aurelia mit Isabella ausgeheckte Gerücht zu Ohren kommt, dass für den Wiesenkauf die Unterschrift des leiblichen Vaters nötig ist. Isabella, die schwanger ist, und Rudi haben sich zu Wiggerls Leidwesen heillos ineinander verliebt und wollen heiraten. Er kann eine Heirat potentieller Geschwister nicht zulassen. Die vier Helden zerstreiten sich, legen sich im Beisein ihrer Frauen im Wirtshaus mit anderen Stammtischgästen an. Es kommt sogar zu einer Schlägerei. Letztlich nehmen die Frauen, die sich keineswegs durchgehend grün sind, die Sache in die Hand. Der Schlüssel zur Lösung der Vaterschaft ist ein von Isabella getragenes Halskettchen mit der Gravur „L“, worin sich ein von Aurelia entdecktes Bild von Wiggerls Mutter Luise befindet. Fürs erste scheint die Heirat ausgeschlossen. Anneliese sorgt schließlich mit einer Beichte dafür, dass es trotzdem zum Happy End kommt. Sie gesteht, dass Rudi nicht Wiggerls Sohn ist, sonders das Produkt einer vorehelichen Liebschaft mit Marcel. Auch das Wiesenproblem wird gelöst. Schorsch kann sein „präservatives“ Rathaus in Form eines Lalehauses errichten, Sepp dort seine Heldengedenktafel anbringen. Zu stehen kommt es am Rand der Wiese, damit Platz bleibt für den von Kaitei und Schorsch gewünschten Biergarten bzw. Volksfestplatz.

Garniert wird die von Hans Drexler und Verena Bauer professionell inszenierte Aufführung durch jede Menge Situationskomik, Geschichten wie z.B. das erfolglose Transportieren eines Bierfasses auf den Wenzelsberg, was der Grund für die Konstruktion einer Flaschenabfüllmaschine ist. Hirschauer Stückl wie die von der Fußverwechslung und vom Bürgermeister, der mit seiner Hose spricht, wie die aktuelle Diskussion um einen neuen Stadtbrunnen. Zum positiven Gesamteindruck gehörten auch die schmucken Biedermeierkostüme. Zu den Glanzpunkten der Aufführung zählten zudem die musikalischen Beiträge. Ein Riesenkompliment verdienten sich auch die Bühnenbauer, Bühnenbildner, Pyrotechniker, Beleuchter und Beschaller.

Fazit: Wer bis zum 6. August seine Lachmuskeln einmal richtig strapazieren will, dem ist ein Heldenstammtischbesuch im Schlosshof zu empfehlen. Die restlichen sechs Vorstellungen finden statt am 26. Juli (Mittwoch), 28. Juli (Freitag), 29. Juli (Samstag), 2. August (Mittwoch), 4. August (Freitag), 5. August (Samstag) und 6. August (Sonntag). Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr, Einlass und Bewirtung ab 18.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es im Reisebüro am Markt, Hauptstraße 50, oder online bei „NT-Ticket.de“. In den Reihen 1 bis 9 kosten sie im Vorverkauf 14 Euro, in den Reihen 10 bis 15 sind es 12 Euro. An der Abendkasse bezahlt man 16 bzw. 14 Euro.

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