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(von Werner Schulz)

Publikum genießt bunten Melodienstrauß bei Sommerserenade

Der von Jana Müller (r.) dirigierte Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 bot bei der Sommerserenade im Schlosshof wieder eine überzeugende Leistung. Am Piano wurden die Sängerinnen und Sänger wie auch Sopran-Solistin Jana Müller von Roman Podokschik (sitzend l.) begleitet.
Publikum genießt bunten Melodienstrauß bei Sommerserenade

Hirschau. Sie bot ein breites Spektrum an Musikrichtungen, hatte ansprechendes Niveau und begeisterte folgerichtig das Publikum - die Hirschauer Sommerserenade. Der Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 hatte dazu in den Schlosshof eingeladen. Rund 200 Besucher hatten sich dort eingefunden, um eineinhalb Stunden lang das abendliche Ständchen unter freiem Himmel zu genießen.

Ausnahmsweise gehörte zur Stückl-Festspielzeit die Freilichtbühne an diesem Abend nicht dem Heldenstammtisch-Ensemble, sondern dem Chor mit seiner Dirigentin Jana Müller, die sich zugleich als Solo-Sopranistin präsentierte und der Hirschauer Hausmusik. Abwechselnd leisteten alle Akteure ihren Beitrag dazu, dass die Serenade einmal mehr zu einem Highlight im Kulturleben der Stadt wurde. Der gastgebende Gemischte Chor bestach bei seinen Darbietungen durch eine wohl abgestimmte Klangfülle der Männer- und Frauenstimmen. Dirigentin Jana Müller hatte nicht nur ihren Chor bestens im Griff, sondern glänzte – von Roman Podokschik am Piano begleitet - mit ihrer zarten Sopranstimme als Solistin. Die vier Damen der Hirschauer Hausmusik präsentierten ihre Stücke gleichermaßen einfühlsam wie exakt abgestimmt. Für die richtigen Zwischentöne sorgte in bewährter Manier Peter Butschek mit seiner spontan-humorvollen Moderation, insbesondere bei seinen Erläuterungen zu den Inhalten der englischen Lieder.

Zum Auftakt unternahm der Chor einen Ausflug in die Welt der Gospel-Songs, neu arrangiert von Dieter Müller, dem Ehemann der Dirigentin. Dem allseits geläufigen Spiritual „Swing low, sweet chariot“ folgte das weniger bekannte, wehmütige „Steal away to Jesus“. Der dritte Song „Jesus is my salvation“ traf mit seinem ständig rhythmisch wiederholten „I’m so happy“ haarscharf nicht nur die Stimmung der Chormitglieder, sondern ebenso des Publikums, auf das der Funke des Gospels so richtig übersprang. Unter temperamentvoller Führung des Hackbretts (Martha Pruy) glänzte dann die Hirschauer Hausmusik mit Luzie Dietz (Zither), Inge Mangelberger (Gitarre) und Gabi Meindl (Flöte) bei Ludwig van Beethovens „A Schüsserl und a Reindl“. Gelungen abgerundet wurde der Block mit dem beschwingt-melodiösen „Nabucco Walzer“ und dem alten, traditionellen „Schäferlied“ aus der Ukraine. Ein Höhepunkt der Veranstaltung waren die beiden Solostücke von Jana Müller. Hingebungsvoll sang sie das Boston-Lied „Im Rausch einer Nacht“ von Paul Whiteman. Großen Applaus spendete ihr das Publikum für das gefühlvoll dargebotene „Meine Sehnsucht bringt mich hierher“ aus dem schwedisch-dänischen Musikfilm-Drama „Wie im Himmel“. Der Chor setzte das Programm mit dem alten, von Dieter Müller neu bearbeiteten englischen Liebeslied „Scarborough Fair“ fort, das sehr getragen dargeboten wurde. Eindrucksvoll gelang dem Chor die Interpretation von Paul Simons Oldie-Hit „Sound of silence“, dem Schlusspunkt des englischsprachigen Teils der Serenade. Schwungvoll ging es weiter mit der Hirschauer Hausmusik und der „Mariandl-Polka“ aus der Feder von Martha Pruys Vater, dem oberpfälzer Volksmusik-Urgestein Michl Meißner. Danach entführte das Damen-Quartett mit dem von Richard Kurländer von der Fraunhofer Saitenmusik bearbeiteten Stück „Aus schwedischer Zeit“ nach Skandinavien, ehe es seine Darbietungen mit dem besinnlichen „Für Josie“ abschloss. Mit dem Lied „Aber die Musici bleibet bestehen“ startete Jana Müller den erfolgreichen Versuch, das Publikum aktiv mit einzubinden. So erklangen im Schlosshof nicht die „Fischer-Chöre“, sondern die „Müller-Chöre“. Gemeinsam wie im Kanon wurde das Volkslied begeistert gesungen. Für eine gelungene Abrundung der Serenade sorgte der Gemischte Chor mit dem Liebeslied „Die Liebe ist der Welt geschenkt“ und mit dem Stück „Das Wort heißt Frieden“ von Manfred Bühler, mit dem der Chor im Hinblick auf die politische Welt-Situation den Zuhörern gesanglich aus dem Herzen sprach. Mit der von den Sängerinnen und Sängern voll innerer Begeisterung vorgetragener Beethoven-Komposition „Freude schöner Götterfunken“ fand die Serenade einen imposanten Abschluss.

Das Publikum quittierte die Darbietungen sämtlicher Akteure verdienter Maßen mit lang anhaltendem Applaus und machte damit deutlich, dass die Sommerserenade nicht mehr aus dem Hirschauer Kulturleben wegzudenken ist.

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