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Stadt Hirschau  |  E-Mail: stadt@hirschau.de  |  Online: http://www.hirschau.de

(von Werner Schulz)

Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 bringt Bürgern mehr Sicherheit

Mit dem neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF ist die Hirschauer Feuerwehr noch besser gerüstet, um die Sicherheit der Bevölkerung sicherstellen zu können. Davon fest überzeugt waren bei der Einweihungsfeier (v. l.) Vorstand Michael Schuminetz, Bürgermeister Hermann Falk, Ebnaths Bürgermeister Manfred Kratzer, stellv. Landrätin Brigitte Bachmann, Kommandant Sebastian Jasinsky, Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandinspektor Martin Schmidt und Kreisbrandmeister Marco Weiß.
Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 bringt Bürgern mehr Sicherheit

Hirschau. Exakt 382 736,05 Euro hat es gekostet, das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 der Freiwilligen Feuerwehr. Kommandant Sebastian Jasinsky, Kreisbrandrat Fredi Weiß und Bürgermeister Hermann Falk waren sich einig, dass die Anschaffung dringend geboten war. Bürgermeister Falk: „Das HLF 20 ist eine gute Investition in die Sicherheit unserer Bürger. Die Feuerwehr kann den Schutz der Menschen und ihrer Sachgüter nur mit modernster technischer Ausrüstung gewährleisten.“

Der 30. September 2017 wird als Freuden- und Festtag in die Feuerwehr-Annalen eingehen. Zur Übergabe und Segnung des neuen Fahrzeugs konnte Vorstand Michael Schuminetz im Feuerwehrhof zahlreiche Ehrengäste, die Aktivenmannschaft sowie Vertreter der Orts- und Patenwehren begrüßen. Den Kommandanten der FF Ebnath Gerhard Horn und Michael Knott sowie ihrem Bürgermeister Manfred Kratzer galt aus gutem Grund ein Extra-Gruß: Der Kauf des HLF 20 wurde günstiger, da die Ebnather Wehr das identische Fahrzeug erwarb. Durch die interkommunale Beschaffung erzielte man bei der Ausschreibung günstigere Angebote und erhielt vom Freistaat Bayern eine höhere Förderung.

Bürgermeister Falk - selbst aktiver Feuerwehrmann – bezeichnete die Feuerwehr „als unverzichtbar für die Infrastruktur der Stadt und ihre Bevölkerung“. Dies zeigten die vielen Einsätze. Nur mit modernstem technischem Equipment könne die Feuerwehr ihre Aufgaben schnell, effektiv und mit dem gewünschten Erfolg erzielen. Als er das HLF 20 am Tag seiner Ankunft in Hirschau begutachtet habe, sei er erstaunt gewesen, wie man so viele Ausrüstungs- und Rettungsgegenstände kompakt und übersichtlich anordnen kann. Für den Kauf des Fahrzeugs sei es für die Stadt finanziell von Vorteil gewesen, die Ausschreibung zusammen mit der Ebnather Wehr tätigen zu können. Falk dankte allen, die an der Entscheidung und Umsetzung des Fahrzeugkaufs beteiligt waren. Überhaupt sei man  allen Feuerwehrleuten für ihre ehrenamtliche und oft gefährliche Tätigkeit zu Dank verpflichtet. „Ihr seid immer einsatzbereit! Ihr geht für uns durchs Feuer!“ Mit dem Wunsch, dass alle Einsätze mit dem HLF 20 unfallfrei verlaufen, übergab Falk den Fahrzeugschlüssel an Kommandant Jasinsky.

Dieser ließ die Geschichte des Fahrzeugkaufs Revue passieren. Im Juli 2015 habe man beschlossen, mehrere Aufbauhersteller zu Vorführungen einzuladen. Wegen der finanziellen Vorteile habe man einen Partner für eine interkommunale Beschaffung gesucht. Die anfangs aussichtsreichen Gespräche mit der FF Freihung hätten wegen unterschiedlicher Fahrzeugkonzepte nicht zum Erfolg geführt. Mit der FF Ebnath sei dies dann gelungen. Gemeinsam mit Dipl.-Ing. Hansjörg Wattenbach von der IGB Brandschutz habe man im Juni 2016 die europaweite Ausschreibung besprochen. Im Juli 2016 hätten sich die Vertreter beider Wehren im Hirschauer Rathaus zur Eröffnung der Angebote getroffen. Für das Fahrgestell habe die Fa. MAN den Zuschlag erhalten (77 707 Euro), für die Beladung die Fa. Feuerschutz Ludwig (74 186,90 Euro), für den Aufbau die Fa. Rosenbauer (230 842,15 Euro). Zu den Gesamtkosten von 382 736,05 Euro, habe man von der Regierung einen Zuschuss in Höhe von 137 445 Euro und vom Landkreis 48 100 Euro bekommen. Die Stadt habe 197 455 Euro aufwenden müssen, „ein hoher Betrag, der für die Sicherheit der Bevölkerung gut angelegt ist. Im November 2016 habe die erste Baubesprechung in Hirschau stattgefunden, im Juli 2017 die Rohbauabnahme im Rosenbauer Werk in Luckenwalde. Dort habe man am 12. September das HLF 20 nach zwei Tagen intensiver Schulung abholen können. Die Wehr habe jetzt ein Fahrzeug mit neuester Technik und innovativer Technik. Für die Kameraden bedeute dies mehrere Stunden Einweisung und Übung. Im Vergleich zum Vorgänger, dem LF 16, habe es viel mehr Bedienungsmöglichkeiten und Gerätschaften. Die Auflistung zeigte, dass diese für die Bekämpfung von Wohnungs- und Zimmerbränden bzw. Flächenbränden genauso benötigt werden wie zur technischen Hilfe bei Verkehrs- oder Tiefbauunfällen. Beim Blick auf den im Hof aufgebauten stattlichen Fuhrpark wies Jasinsky darauf hin, dass das von ihm erstellte Fahrzeugkonzept fast erfüllt sei. 2013 sei der Gerätewagen Logistik, 2015 die Drehleiter und jetzt das Hilfeleistungslöschfahrzeug beschafft worden. Nun müssten noch das alte TLF 16 und das MZF ersetzt werden. Er hoffte, diese 2019 beschaffen zu können. Sein Dank galt Bürgermeister Falk und dem Stadtrat, dem Landkreis und den Kameraden der Ebnather Wehr. Die Zusammenarbeit mit ihnen sei hervorragend gewesen.

Mit dem Versprecher des Tages, der die Umstehenden schmunzeln ließ, eröffnete Kreisbrandrat Fredi Weiß (Schnaittenbach) sein Grußwort, als er seiner Freude Ausdruck verlieh, „bei diesem bedeutenden Ereignis der Feuerwehr Schnaittenbach dabei zu sein und den Schnaittenbachern die Grüße der Kreisbrandinspektion zu überbringen“. Mit Nachdruck wies er darauf hin, dass sich die Anforderungen an die Feuerwehr maßgeblich verändert haben. Im Mittel kämen derzeit auf einen Brandeinsatz etwa vier Hilfeleistungseinsätze im technischen Bereich. Retten, Löschen, Bergen, Schützen seien die Schlagworte, die das Aufgabenspektrum der Feuerwehr beschreiben. Zu bewerkstelligen sei dies nur, wenn der allgemeine technische Fortschritt durch einen technischen Fortschritt bei den Feuerwehren egalisiert wird. Mit der Beschaffung des Hilfeleistungslöschfahrzeugs für die Hirschauer Wehr sei dies in vorbildlicher Weise passiert. Die Beschaffung des HLF 20, das das 33 Jahre alte LF 16 ablöst, sei dringend notwendig gewesen. Bevor KBR Weiß dem Stadtrat und Bürgermeister Falk den Dank für die Bereitstellung der Finanzmittel aussprach, betonte er engagiert die Besonderheit des ehrenamtlichen Dienstes, den Feuerwehrleute leisten. Bei keinem anderen Ehrenamt werde das ganze Jahr hindurch Tag für Tag rund um die Uhr Einsatzbereitschaft verlangt.

Eine Lanze für die Feuerwehr hatte eingangs auch stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann gebrochen. Oft werde nicht wahrgenommen, wie wertvoll der Dienst der Feuerwehr für die Allgemeinheit ist, wie viele Freizeitopfer die Feuerwehrleute bringen und mit welchen Situationen sie konfrontiert werden. All das habe höchste Anerkennung verdient. Ihrem Wunsch auf möglichst wenig Einsätze und unfallfreie Fahrt schloss sich Ebnaths Bürgermeister Kratzer an, der sich seinerseits für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Hirschauer Wehr bei der Fahrzeugbeschaffung bedankte. Seine beiden Kommandanten unterstrichen dies mit einem Erinnerungsteller.

Die kirchliche Segnung des HLF 20 hatten Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann und Pfarrer Roman Breitwieser vorgenommen. Beide betonten die Richtigkeit des Sprichworts, dass an Gottes Segen alles gelegen sei, ergänzten aber im gleichen Atemzug, dass die Feuerwehr für ihren Dienst am Mitmenschen bestes Gerät brauche. Den Feuerwehrleuten werde ein Höchstmaß an Belastungsfähigkeit, Geistesgegenwart, Mut und Konsequenz abverlangt. Das neue Fahrzeug solle mithelfen, Gottes Sehen unter die Menschen zu tragen.

Nach dem Festakt lud Jasinsky zur Fahrzeugbesichtigung ein, bevor auf die Gäste in der Fahrzeughalle eine von der Stadt spendierte Brotzeit wartete.

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