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(von Werner Schulz)

Eröffnung Keramik-Sonderausstellung VasenKunst

Dem Hamburger Kunsthistoriker Volker Zelinsky (l.) ist es zu verdanken, dass der Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Altbürgermeister Hans Drexler (r.) nach der heutigen offiziellen Eröffnung ab morgen mit der Sonderausstellung „VasenKunst“ ein weiteres bedeutendes Kapitel der Geschichte der Hirschauer Steingutfabriken der Öffentlichkeit vorstellen kann.
Eröffnung Keramik-Sonderausstellung VasenKunst

Amberg-Sulzbach/Hirschau. Gut 200 Gäste gehören zum erlauchten Kreis derer, die heute um 19 Uhr in der Alten Mälzerei bei der Eröffnung einer kunsthistorisch hoch interessanten Ausstellung dabei sein dürfen. Unter dem Titel „VasenKunst“ werden ca. 150 Keramikentwürfe aus der Carstens-Ära (1918 – 1938) von Helene Fischer, Maria Piffl und Eva Schulz-Endert präsentiert.

2004 weckte Michael Popp – unterstützt vom Festspielverein - mit einer Steingutausstellung das lange Zeit verlorengegangene Bewusstsein für ein bedeutendes Kapitel der Hirschauer Kultur- und Wirtschaftsgeschichte - die von 1826 bis 1956 währende Ära der Steingutfabriken. Nach den Ausstellungen von Entwürfen der zwei bekanntesten in Hirschau tätigen Künstler Eva Zeisel (2013 in Weiden) und Siegfried Möller (2016 in Hirschau) waren viele der Meinung, damit sei die Geschichte der Steingutfabrik erschöpfend beschrieben. Wer so dachte, hatte den Hamburger Kunsthistoriker Volker Zelinsky nicht auf der Rechnung. Die Begeisterung an Keramik führte ihn nicht nur zu einer eigenen Keramiksammlung von Carstens Hirschau und dem gesamten Carstens-Konzern, sondern schließlich zu einer Doktorarbeit am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg mit dem Titel „Die Gebrauchskeramik des Carstens-Konzerns. Beispiele für die Durchsetzung der abstrakten Moderne in der Alltagskultur.“ Durch langjährige Recherchen und den glücklichen Umstand, Nachlässe zu entdecken, stieß er neben Zeisel und Möller auf sechs weitere für Carstens in Hirschau tätige Künstler, darunter Helene „Mau“ Fischer (1930) und Maria Piffl (1930/31). Diesen beiden jungen Österreicherinnen ist die von Volker Zelinski in Zusammenarbeit mit dem Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Hans Drexler und Pfarrer Klaus Haußmann organisierte Sonderausstellung gewidmet.

Mit ihren avantgardistischen, streng geometrisch gestalteten Formen (Fischer) und abstrakten, das Auge täuschenden und verwirrenden „Strichel-Dekoren“ (Piffl) im Stil der Minimal Art haben die jungen Künstlerinnen die Abstraktion in die Oberpfalz gebracht. Ihre seltenen Arbeiten für Carstens Hirschau – Leihgaben verschiedener Sammler/innen und Objekte aus dem Nachlass der Künstlerinnen - sowie der Überblick über ihr Lebenswerk werden nun, 90 Jahre nach ihrer Entstehung, erstmals ausgestellt und in einem 66 Seiten starken Katalog präsentiert, der für 15 Euro angeboten wird. Außerdem sind auch Exponate der ausgebildeten

Keramikerin Eva Schulz-Endert, die in den Jahren 1933/1934 für Carstens in Hirschau arbeitete.

Für die Allgemeinheit öffnet der Festspielverein die „VasenKunst-Ausstellung“ am morgigen Samstag und dann ab Sonntag, 15. Oktober, bis einschließlich 7. Januar 2018 jeden Sonntag in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr in der Alten Mälzerei bei freiem Eintritt.

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