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Stadt Hirschau  |  E-Mail: stadt@hirschau.de  |  Online: http://www.hirschau.de

(von Werner Schulz)

Mit Sepp Strobl kurzweilig durchs Hirschau der 1950-er und 60-er gewandert

Wie Sepp Strobl dokumentierte, gab es 1952 in Hirschau einen großen Faschingszug. Das Foto zeigt den Elferrat mit der Prinzengarde.

Hirschau. Vorträge von Heimatpflegern sollen bisweilen sehr trocken und langatmig sein. Anders sieht dies bei Stadtheimatpfleger Sepp Strobl aus. Wer mit ihm eine Zeitreise durch Hirschaus Geschichte unternimmt, dem sind sachkundige, kurzweilige Stunden gewiss. Ein Paradebeispiel dafür war der bebilderte Rückblick ins Hirschau der 1950-er und 1960-er Jahre, zu dem der Wanderverein in das Conrad Sportstüberl eingeladen hatte.

Zur Freude von Vorstand Felix Fischer interessierten sich nicht nur Vereinsmitglieder für die Veranstaltung, sodass das Lokal gut besetzt war. Zum Einstieg gab es bewegte Bilder – den Ufa-Wochenschaufilm „Skilauf auf Sand“ aus dem Jahr 1959, einer Zeit, als der Monte Kaolino noch als freistehender Sandkegel aus der Landschaft ragte. Im Bild stellte Strobl nicht nur allseits bekannte Persönlichkeiten wie die Bürgermeister Georg Lederer und Willi Bösl oder AKW-Direktor Wolfgang Droßbach vor. Da gab es die „Luber-Hebamm“ auf dem Motorradl genauso zu sehen wie den Straßenkehrer „Grafschnurrer“ bei der Arbeit oder den „Birnerschmied“ am Amboss. Wie sehr sich Hirschau in den letzten 50, 60 Jahren verändert hat, zeigten Aufnahmen von der Josef-, Walk- oder Burgstraße, die damals noch schlaglochübersäte oder sogar unbefestigte Wege waren. Die Innenstadt sah völlig anderes als heute. Große, das Stadtbild prägende Gebäude wie das an den Westgiebel des Rathauses angebaute Gesellschafts-Brauhaus, das Knabenschulhaus nördlich der Stadtpfarrkirche oder auch die Spitalhäuser südlich der Kirche existieren schon lange nicht mehr. Die Engstelle zwischen ihnen und dem Gasthof Gambrinus wurde ebenso beseitigt wie die am südlichen Stadttor beim „Fischerhatl“ und am östlichen Tor beim „Hanswolfen“. Notwendig war die Engstellenbeseitigung schon deshalb, weil die Bundesstraße 14 und die Staatsstraße 2238 noch durch die Innenstadt liefen. Während die älteren Besucher sich an die „gute, alte Zeit“ erinnert fühlten und dies in Kommentaren auch kundtaten, war für die jüngeren oder zugezogenen Vieles absolut neu. Dazu gehörte z.B. auch, dass Hirschau bis in den 1950-er Jahren eine Faschingshochburg war. Anknüpfend an die Tradition vor dem 2. Weltkrieg wurde 1951 die Faschingsgesellschaft „Narhalla Hirschau“ gegründet. Faschingsbälle im Löwenbräusaal, dem späteren Josefshaus, waren genauso an der Tagesordnung wie Faschingsumzüge. Als letztes Prinzenpaar regierten 1954 Paul Zinner und Anni Uschold (spätere Ehefrau).

Für die Wanderfreunde hatte Strobl noch ein Extra-Nostalgie-Zuckerl mitgebracht – Fotos aus den Anfangsjahren des im Januar 1971 gegründeten Wandervereins. Die Aufnahmen erinnerten u.a. an die beiden Gründungsvorsitzenden Hans Gres und Hans Niebler, an das Engagement des Vereins um die Markierung der Wanderwege rund um Hirschau und an Volkswandertage, zu denen rund 4 000 Wanderlustige in die Kaolinstadt kamen. So viele davon werden es bei der „1. Hirschauer Winterwanderung“ am 21. Januar 1973 nicht gewesen sein. Der erste war zugleich der letzte. 

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